Auch
in diesem Jahr kamen zehntausende Schaulustige
zum größten Bauernmarkt Norddeutschlands.
Strassen, Parkplätze, Gehwege vollgeparkt,
Viöl platzte wieder aus allen Nähten.
Und Petrus schickte strahlenden Sonnenschein vom
Himmel. Was will man mehr.
Geboten wurde ein buntes Beiprogramm mit Jagdhornbläser,
Spielmannszüge, Trachtengruppen und natürlich
die große, ständige Tierschau.
Also alles da, was sich so der Bauer auf einer
großen Party vorstellt und der Nichtbauer
so denkt, wenn er an Bauern denkt. Die Nichtbauern
kamen aus der ganzen weiten Welt, u.a. konnten
Autokennzeichen aus ganz Norddeutschland erkannt
werden.
Auffallend auch inzwischen die Internationalität
dieser Bauernschau, waren doch Unmengen an Ständen
scheinbar nichtdeutscher Herkunft. Man sah u.a.
Bauernstände aus Ghana oder so, die bäuerliche
AC/DC T-Shirts anboten, griechische Bauern, die
Gyros frisch vom Gyro (so heißt das griechische
Tier ja wohl) anboten, italienische Bäcker,
die ihr Bauernbrot namens Pizza backten oder auch
mehrfach bäuerlich handgefertigte Stretchblusen,
die die italienische Bauersfrau in ihrer knappen
Freizeit herstellt.
Auch ist interessant, das immer mehr Bauern und
bäuerliche Handwerksbetriebe viele andere
Dinge anbauen müssen. Z.B. Angeln, Tupperware,
Staubsaugerbeutel und solche Sachen, die normalerweise
bei Karstadt vorm Eingang verhökert werden
oder auf geilen Dessouspartys.
Kurz
und gut, der internationale Bauernmarkt ist recht
vielfältig. Bei der Größe geht
das wohl auch gar nicht mehr anders, denn wo sollen
denn die ganzen "richtigen" Stände
noch herkommen.
Bäuerliche Schläue zeigten auch einige
andere Stände, haben die doch dadurch Geld
gespart, in dem sie vor knapp zwei Jahren einfach
das DM-Zeichen hinter ihren Preisen wegradiert
haben und nun die gleichen Preise in Euro nehmen.
Wo sonst kostet 100 gr. Mai-Gouda rund 4,00 (DM).
Auch wenn es nicht gerne gesehen wird, man muß
doch auch heutzutage immer noch mal in DM umrechnen,
um nicht "angeschmiert" zu werden.
Um nun nicht alles schlecht zu reden, es waren
auch viele Kunsthandwerkstände zu finden,
die örtlichen Schlachter, Käsereien,
Bäcker waren vertreten und sie gingen in
der "Internationalität" auch noch
nicht unter. Ist schon ganz nett, dieser Markt.
Aber eines noch: Es gibt derzeit eine Überproduktion
an Bauern-Socken. Sonst kann es nicht angehen,
das man an fast jedem zweiten Stand 5 Paar Socken
für 1 oder 2 Euro kaufen konnte. Da sollte
die EU evtl. einmal eingreifen. Kann man da nicht
Zuschüsse für die Stilllegung von Sockenfarmen
zahlen? Wird doch sonst auch alles subventioniert.
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